Resilienz auf Türkisch

Eine Woche voller Begegnungen, neuer Erfahrungen und gemeinsamer Erlebnisse liegt hinter der Schülergruppe der Sekundarschule Gellershagen, die im Rahmen des Erasmus-Austauschprojekts „Stark durch Resilienz“ in die Türkei gereist ist. Ziel der Reise war die Stadt Osmaniye, wo die deutschen Jugendlichen eine Woche lang in türkischen Gastfamilien lebten und gemeinsam mit ihren Partnerschüler*innen zum Thema Resilienz arbeiteten.

Bereits die Anreise begann aufregend: Kurz vor der Abfahrt fiel der Zug zum Flughafen aus. Dank schneller Alternativen erreichte die Gruppe ihren Flug dennoch rechtzeitig. Für einige Schülerinnen und Schüler war es sogar der erste Flug überhaupt – eine besondere Erfahrung, die durch die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe erfolgreich gemeistert werden konnte.

Nach der Landung in Adana wurde die Gruppe herzlich von den türkischen Projektpartnerinnen Hasibe und Kadriye empfangen. Anschließend ging es mit dem Minibus weiter nach Osmaniye, wo die Gastfamilien die Jugendlichen bereits erwarteten. Schon am ersten Wochenende stand das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, ein Treffen im Masal Park sowie ein Bowlingabend sorgten schnell für eine offene und freundschaftliche Atmosphäre.

Der offizielle Projektstart fand am Montag in der Schule statt. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter nahmen die Schüler*innen an verschiedenen Teamaktivitäten rund um das Thema Resilienz teil. Dabei ging es unter anderem darum, persönliche Kraftquellen zu entdecken und den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zu stärken. Besonders eindrucksvoll war die Vorstellung des Bogenschießens als Ausgleich und Konzentrationstraining – eine Aktivität, die anschließend von allen selbst ausprobiert werden durfte.

Auch Musik und Tanz spielten während der Woche eine wichtige Rolle. Am Dienstag lernten die Teilnehmenden traditionelle türkische Tänze kennen und tauschten sich über ihre persönlichen „Powersongs“ aus – Musikstücke, die ihnen in schwierigen Situationen Kraft geben. Sportliche Aktivitäten wie Volleyball sowie ein gemeinsamer Ausflug ans Meer rundeten den Tag ab. Einige Schüler*innen nutzten dabei sogar die Gelegenheit für ein Bad im Mittelmeer.

Neben den kulturellen Erfahrungen erhielten die Jugendlichen auch Einblicke in den türkischen Schulalltag. So nahmen sie am Mittwoch am Chemie- und Physikunterricht teil. Besonders die Experimente zum Thema Druck und Spannung stellten einen interessanten Bezug zum Projektthema Resilienz her. Am Nachmittag besuchte die Gruppe die historische Festung von Kastabala. Im antiken Amphitheater präsentierten zwei Schülerinnen einen Tanzauftritt. Anschließend führte der Weg weiter zum Freilichtmuseum Aslantaş Open Air Museum, wo die Entwicklung der Schrift von frühen Wandzeichnungen bis zum ersten Alphabet nachvollzogen werden konnte.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Tagesausflug nach Gaziantep. Dort besuchte die Gruppe zunächst den Zoo, bevor sie die regionale Küche in einem traditionellen Restaurant kennenlernen durfte. Den Abschluss bildete ein Bummel über den Basar, auf dem viele kleine Erinnerungsstücke gekauft wurden.

Am letzten Projekttag führte ein Ausflug in die Berge nach Zorkun. Bei einer Wanderung zum Karaçay-Wasserfall erlebten die Schülerinnen und Schüler noch einmal die beeindruckende Natur der Region. Zurück in der Schule standen weitere Teamübungen auf dem Programm, bei denen Zusammenarbeit, Kommunikation und Vertrauen gefragt waren.

Den emotionalen Abschluss bildeten die Zertifikatsverleihung sowie ein gemeinsames Abschiedsessen mit Gastfamilien, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Der Abschied am frühen Morgen fiel vielen sichtbar schwer – innerhalb weniger Tage waren enge Freundschaften entstanden.

Die Reise nach Osmaniye war für alle Beteiligten weit mehr als nur ein Schüleraustausch. Sie bot die Möglichkeit, eine andere Kultur kennenzulernen, neue Perspektiven zu gewinnen und über Ländergrenzen hinweg Freundschaften zu schließen. Die Vorfreude ist nun groß, die türkischen Gäste im kommenden Jahr in Bielefeld begrüßen zu dürfen.